Java Getriebe

Java und NetBeans

GCC unter Windows in NetBeans

Die NetBeans IDE kann nicht nur Java sinnvoll verarbeiten. Sie war schon immer in der Lage auch andere Sprachen, insbesondere solche, die mit Java und seinen Werkzeugen nicht unbedingt etwas zu tun haben. Die aktuelle Version 8.0.1 zum Beispiel hat sich auf die Fahnen geschrieben besonders gut mit HTML und JavaScript zusammen zu arbeiten. Aber auch PHP, C/C++, Fortran, XSLT, Scala und noch deutlich mehr Sprachen sind dem NetBeans Editor bekannt. Je nach Version wechseln die Präferenzen des NetBeans Teams (oder dessen „Besitzers“) schon einmal. Da ich in letzter Zeit vermehrt wieder in C programmieren darf schreibe ich in diesem Artikel einmal auf mit welchen vergleichbar einfachen Schritten die passende Entwicklungsumgebnung in NetBeans unter Windows eingerichtet werden kann.

Auch wenn immer gesagt wird, dass Cygwin in sich konsistenter und diverse Tools deutlich besser mit dieser Umgebung zusammenarbeiten, bin ich kein wirklicher Fan davon. Vor allem ist es ein Design-Fehler der Entwickler, der es mir nur erlaubt eine Cygwin Installation auf meinem System zu haben. Aber als Softwareentwickler komme ich schon mal in eine Situation in der in verschiedene Versionen der Umgebung testen muss. Sowas wird mit Cygwin dann kompliziert. Weitere Details stehen auch in der FAQ des Projekts.

Ich persönlich bevorzuge die MinGW Umgebung. Diese ist viel mehr darauf ausgerichtet mit dem Windows System zusammen zu arbeiten. Auch die GCC Version von MinGW lässt sich einfacher mit der Windows API zur Zusammenarbeit bewegen. Einzig das mingw-make funktioniert nur suboptimal. Aber dafür gibt es in dem Schwesterprojekt MSYS (welches mittlerweile vom gleichen Team betreut wird) ein make, welches auch mit den Laufwerksbuchstaben von Windowspfaden kein Problem hat.

MinGW verfügt seit den neueren Versionen über einen aus der Linux-Welt bekannten „Paketmanager“, der Wahlweise über eine GUI (Download von SourceForge) oder per CLI angesprochen werden kann. Der CLI-Client hat leider keinen direkten Download, ist aber im SourceForge Verzeichnis unter files/Installer/mingw-get/ zu finden. Es kann hier die aktuelleste Version verwendet werden. Der Dateiname hat meistens das Format „mingw-get-<version>-mingw32-beta-<zeitstempel>-bin.zip„. Da ich in der Regel nur den CLI-Client verwende, kann ich keine genauen Aussagen über die GUI geben, aber ich vermute, dass dort ähnliches gilt wie für das CLI.

Das ZIP-Archiv kann an einer beliebigen Stelle auf der Platte entpackt werden. Es sollte aber auf jeden Fall die Verzeichnisstruktur beibehalten werden. Mit dem Aufruf von mingw-get install lassen sich die gewünschten Pakete installieren. Wer eine Übersicht möchte, kann sie sich durch mingw-get list geben lassen. Für meine MinGW Installation installiere ich immer mindestens die folgenen Pakete:

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mingw-get install gcc g++ gfortran gdb msys-make

Wobei das „gfortran“ nur für die interessant sein dürfte, die tatsächlich auch mit Fortran in Kontakt kommen.

Damit die NetBeans IDE die Installation korrekt findet und ausführen kann muss der Suchpfad des Systems angepasst werden. Wer wie ich diese Pfade nicht dauerhaft einstellen möchte (weil er zum Beispiel verschiedene MinGW Installationen verwendet) kann für diesen Zweck eine einfach Batchdatei schreiben:

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@echo off
setlocal
set MinGW_Home=C:\MinGW
PATH %MinGW_Home%\msys\1.0\bin;%MinGW_Home%\bin
start "NetBeans IDE" "C:\Program Files\NetBeans IDE\bin\netbeans64.exe" --console suppress

In der IDE kann jetzt im „C/C++“-Reiter der Optionen die „MinGW“-Toolchain eingerichtet werden. War noch keine Toolchain in der IDE eingerichtet sollte die IDE automatisch die MinGW Programme finden. Ansonsten muss das „bin“-Verzeichnis der MinGW Installation ausgewählt werden und schon kann die IDE für neue C/C++ Projekte verwendet werden.

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