Java Getriebe

Java und NetBeans

Auslandspraktikum als MaTSE – Es ist möglich!

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Hi, mein Name ist Oliver Trinnes und ich kam im Jahre 2009 aus dem hohen Norden (Hamburg) nach Aachen, um hier den dualen Studiengang Scientific Programming zusammen mit der Ausbildung zum mathematisch-technischen Softwareentwickler zu absolvieren. Seitdem arbeite ich zusammen mit weiteren Azubis und Jens Hofschröer in der Getriebeabteilung des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH Aachen.

Während meiner Ausbildungszeit baute ich meine Fähigkeiten in der Java-Programmierung aus und setzte mich insbesondere mit der NetBeans IDE und RCP auseinander. Die neusten Entwicklungen meiner Kompetenzen bewegen sich buchstäblich im dreidimensionalen Raum. Für die Darstellungen unserer Simulationssoftware und nun auch für meine eigene Bachelorarbeit beschäftige ich mich intensiv mit Java OpenGL 3D-Programmierung.

Ein Auslandspraktikum als MaTSE-Azubi? Noch nie gehört!

Bis zum November 2011 hielt ich es für ausgeschlossen, während der MaTSE-Ausbildung bzw. des Studiums überhaupt ein Praktikum absolvieren zu können. Schließlich ist das ja das Besondere an dieser Ausbildung: Praxis und Theorie in Einem. Was will ich also noch mit einem Praktikum, wenn ich so sehr an meinen Betrieb gebunden bin? Darum kam ich auch nie auf die Idee, mich damit weiter zu beschäftigen. Bis ich von einem Kommilitonen gehört habe, dass jemand aus unserem Jahrgang nicht nur ein Praktikum, sondern sogar ein Auslandspraktikum absolviert hat.

Ansprechpartner

„An wen wendet man sich?“ ist wohl die erste Frage, die einem Azubi, der mit einem Auslandsaufenthalt mal über den Tellerrand schauen möchte, in den Kopf kommt. Die einfache Antwort wäre zunächst die allseits bekannte IHK, um genau zu sein der jeweilige Mobilitätsberater. Dieser weiß alles über die Möglichkeiten und Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum als Azubi.

Förderungsprogramm

Ein Auslandspraktikum ist nicht etwas, was der Azubi komplett allein in die Hand nehmen muss. Es gibt entsprechende Förderungsprogramme. Als Student hat wohl jeder schon einmal von dem ERASMUS-Programm gehört, das zum Beispiel ein ganzes Auslandssemester ermöglicht. Das Programm wurde von der Europäischen Union zur Förderung von Auslandsaufenthalten und Mobilität entwickelt. Entsprechend gibt es auch ein Programm für Auszubildende, das LEONARDO-Programm. Im Rahmen dieses Programmes gibt es das Projekt „lift“. Das Projekt ist eine Einzelstipendienvergabe und wird von der LGH verwaltet, die eng mit der IHK zusammenarbeitet. Dieses Stipendium unterstützt den Azubi bei einem 3-wöchigen Auslandspraktikum mit einer Vorbereitungspauschale, länderabhängigem Aufenthaltsgeld, Versicherung usw.

Bewerbung

Auf der Internetseite des Projektes „lift“ findet man alle nötigen Unterlagen für die Bewerbung, die dann an die LGH geschickt werden soll:

  • Einfacher Bewerbungsbogen für die LGH (Informationen über den Azubi, die Ausbildungsstätte, Wunschland, Wunschzeit etc.)
  • Referenzschreiben des Ausbildungsbetriebes (der Betrieb muss mit einer 3-wöchigen Abwesenheit natürlich einverstanden sein)
  • Referenzschreiben der Berufsschule, in unserem Fall des Rechenzentrums der RWTH
  • Lebenslauf nach europass-Standard auf Englisch und Deutsch (Lebenslauf, in dem die sozialen und fachlichen Kompetenzen des Auszubildenden dargelegt werden müssen)

Sensibilisierungsgespräch

Wenn der Azubi sein Interesse an der Teilnahme des Projektes „lift“ gegenüber dem Mobilitätsberater der IHK geäußert hat, wird er zu einem sogenannten Sensibilisierungsgespräch in die IHK eingeladen. Ich selbst habe dieses Gespräch vor kurzem gehabt und es dient folgenden Zwecken:

  • Aufklärung des Azubi über die Seriösität eines solchen Auslandspraktikums
  • Informieren über die Rahmenbedingungen und Regelungen
  • Beurteilung über die Reife des Azubi

Bei einem erfolgreich abgeschlossenen Sensibilisierungsgesprächs wird unterzeichnet, dass der Azubi die Bedingungen für die Bewerbung an dem Stipendium erfüllt. Es liegt nun an der LGH, anhand der Bewerbung des Azubi einen Stipendiumsplatz zu vergeben oder nicht.

Praktikumsplatz – Die Suche

Wenn der Azubi nun erfolgreich in dem Stipendienprogramm aufgenommen wurde, geht die Suche nach einem Praktikumsplatz los. Es sollten mindestens 3 Monate Bearbeitungszeit bis zur Reise eingeplant werden (in meinem Fall habe ich die Bewerbung Anfang Dezember 2011 losgeschickt, um das Praktikum im März zu machen). Am besten wäre es natürlich, wenn der Azubi von seinem Betrieb aus bereits Verbindungen zu Partnerunternehmen im Ausland hat, bei denen es eventuell einen Platz gibt. Ansonsten muss man sich anderweitig online kundig machen. Die IHK bietet ebenfalls ihre Hilfe an: Ein englisches Anschreiben an den potentiellen Arbeitgeber und ein englischer Lebenslauf sollten an den Mobilitätsberater geschickt werden. Dieser wird sich dann ebenfall für den Azubi auf die Suche begeben. Außerdem kann die LGH gegen eine Servicegebühr damit beauftragt werden, einen Praktikumsplatz zu suchen.

Sprachvorbereitung

Das Stipendium beinhaltet über 300 € Vorbereitungspauschale. Diese soll vom Azubi dafür genutzt werden, sich sprachlich und interkulturell auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten, d.h. bei Bedarf einen Sprachkurs belegen, Sprachlektüre kaufen, Museen besuchen, Broschüren kaufen etc.

Ausblick: Erfahrungsbericht

Dieser und folgende Einträge sollen als laufende Erfahrungsberichte dienen. Ich werde regelmäßig von meinen Erlebnissen vor und – hoffentlich – während des Auslandspraktikums berichten. Damit möchte ich erreichen, dass diese Möglichkeit unter MaTSE-Azubis verbreiteter und vor allem transparenter wird, sodass in Zukunft mehr und mehr Menschen davon profitieren. Ich denke ein solcher Auslandsaufenthalt ist eine kostbare Lebenserfahrung, sowohl beruflich als auch menschlich.

Oliver Trinnes

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