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Auslandspraktikum als MaTSE – Woche 3: Server hin, Server her

This entry is part 5 of 6 in the series Auslandspraktikum als MaTSE

Nach meinem bis dahin zweiwöchigen Aufenthalt im spanischen Valdepeñas kam letzten Freitag auch mein Kommilitone David im Ort an, mit dem ich mir hier eine Wohnung teile und in der gleichen Firma arbeite.

Lagunas de Ruidera

Lagunas de Ruidera

Für den Samstag entschieden wir uns, mal die umliegende Gegend von Valdepeñas etwas zu erforschen und erfuhren von einer Kette von Lagunen, die über Wasserfälle miteinander verbinden und sich über mehrere Kilometer erstrecken. Dort fuhren wir mit einem Freund unseres Mitbewohners hin – bei ausgezeichnetem Wetter wiedereinmal. Es war ein sehr angenehmer und erholsamer Ausflug, der mich sogar zum Überlegen gebracht hat, mal im Sommer hierher zu kommen und mal von Felsen in die Tiefen der Lagune zu springen.

Ereignisreicher Dienstag

Am Dienstag lud uns die Erasmus-Koordinatorn Paula dazu ein, mit ein paar ihrer Schüler (oder eher Auszubildenden) über unsere Erfahrungen mit dem LEONARDO-Programm zu sprechen, um diese dazu zu motivieren, auch einen Auslandsaufenthalt zu machen. Wir wurden von der Arbeit freigestellt und morgens in eine Aula geführt, wo wir auf der Bühne vor ca. 80 jungen Spaniern und Spanierinnen von unseren Erfahrungen berichteten: Was war unsere Motivation? Warum Spanien? Was war das wichtigste, das wir gelernt haben? Worin besteht der Wert eines solchen Aufenthaltes? Wir trugen natürlich auf Englisch vor, Paula musste also häufig dolmetschen. Danach wurden die Auszubildenden noch von Paula und einem Kollegen dazu motiviert, Englisch zu lernen, da dies in Spanien viel zu sehr vernachlässigt wird und so kulturelle Austausche verkompliziert. Viele Auszubildende und Studenten in Spanien haben große Angst vor einem Auslandsaufenthalt. Es ist längst nicht so üblich so etwas zu machen wie in Deutschland, wo dies bereits gang und gäbe ist und auch hoher Wert auf das tiefgründige Erlernen der englischen Sprache gelegt wird.

Nach diesem Vortrag erhielten wir von den Auszubildenden Köchen noch ein sehr leckeres Frühstück!

Bodega-Besichtigung und Treffen mit dem Bürgermeister

Später wurden wir dazu eingeladen, uns zu französischen Schülern zu gesellen, die gerade eine Art Klassenreise in der Gegend machten. Mit denen besuchten wir den Weinhersteller Félix Solís, der viele Weinkellereien auf dem Globus verteilt hat. Wir bestauten die tausende von Litern großen Weinbehälter und beobachteten die Maschinen beim Packvorgang der Weinpakete, während uns eine spanische Führerin ein paar Dinge im Detail erzählte.

Nach dieser Besichtigung sind wir alle zu Fuß zum Stadtkern in das Rathaus gegangen, wo uns der Bürgermeister erwartete und eine kleine Rede hielt (mit Anwesenheit des lokalen Fernsehens).

Letzte Arbeitswoche: Ein einziger Frust mit Happy End

Warnung: Dieses Kapitel richtet sich eher an Softwareentwickler! 😉

Mein Android Softwareprojekt ging in die nächste Runde: Es galt, Webservices für eine bereits bestehende Datenbank zu implementieren und dann die Android App auf den Zugriff dieser neuen Webservices anzupassen. Deutlich schwieriger als es klingt!

Webservices bieten die Möglichkeit, Datenbankanweisungen in Methoden zu verpacken, auf die dann von einer externen Anwendung aus zugegriffen werden kann. Sie stellen also eine Schnittstelle dar, mit der man durch Angabe von bestimmten Parametern bestimmte Ergebnisse erhält, die sich in der darunter liegenden Datenbank befinden.

Die Aufgabe

David und mir wurden nur sehr knappe Anweisungen darüber gegeben, was wir konkret zu tun haben: Wir erhielten eine .bak-Datei, aus der man die Datenbank auf unseren Rechnern wiederherstellen kann, und einen Link zum Download von Microsoft Server 2008 Express, womit wir einen Server lokal installieren sollten um darauf die Datenbank wiederherzustellen. Außerdem bekamen wir Info darüber, welche Spalten wir aus den Datenbanktabellen benutzen sollten (wichtigste Informationen über die anzuzeigenden Angestellen).

Download- und Installationschaos: Microsoft lässt grüßen

Der Download von Microsoft Server 2008 Express dauerte bereits unangenehm lange, genau wie die Installation, die unsere armen Notebooks bereits ziemlich „vollmüllte“.

Nach erfolgreicher Installation suchten wir nach einem Weg, die Datenbank irgendwie wiederherzustellen, aber fanden nichts. Wir hatten zwar einen Server aufgelegt aber kein Tool, womit wir irgendetwas auf dem Server verwalten konnten. Wir brauchten zuzätzlich Microsoft Server Management Studio 2008.

Nach erfolgreichem Download versuchten wir, das Management Studio zu installieren, aber es kam die Meldung, dass uns noch ein Service Pack für Microsoft Server fehlte. Die Suche danach war auch sehr aufwendig, aber schließlich hatten wir auch dieses installiert. Dann konnten wir das Studio installieren. Auf Davids PC klappte das auch (64 bit System), bei mir kamen aber jede Menge Ausnahmefehler, die ich mir nicht erklären konnte, also entschieden wir uns, die Arbeit auf seinem PC fortzusetzen, schließlich hatte ich nur noch wenige Tage dort.

Nun konnten wir das Microsoft Server Management Studio 2008 starten! Endlich! Aber das ist noch lange nicht das Happy End: Beim Versuch, die Datenbank mit der .bak-Datei wiederherzustellen, kam eine Meldung, dass die Version der .bak-Datei nicht mit der des Servers übereinstimmt. Eine unangenehme Erkenntnis nach all der Arbeit. Nach Absprache mit unserem Chef entschieden wir uns dazu, eine Dummy-Datenbank neu aufzusetzen, die den Inhalt der eigentlichen Datenbank simuliert. Das klappte auch und schießlich hatten wir eine funktionierende Datenbank mit den gewünschten Tabellen (ohne Inhalt).

Jetzt kam der nächste Schritt: Wie implementiert man nun Webservices für diese Datenbank? David und ich kämpften uns durch ein paar Tutorials und stellten bald fest, dass wir wahrscheinlich Visual Studio für die Implementierung der Webservices brauchen, wenn wir es vernünftig machen wollen. Also noch mehr Download und Installationen! Dank der FH Aachen haben wir einen Account beim MSDNAA und kommen so kostenlos an Entwicklersoftware ran. Wir ladeten uns also Visual Studio 2010 Premium und installierten es (wieder eine langwierige Prozedur). Dann entschieden wir uns, Schritt für Schritt ein Tutoriail durchzuarbeiten, welches uns von unserem Chef gegeben wurde (auf spanisch). Bereits auf der zweiten Seite des Tutorials passierte aber nicht wirklich das, was passieren sollte, und es stellte sich heraus, dass wir eine andere Version von Visual Studio brauchten und so weiter, und so weiter…

So vergingen also die Arbeitstage, bis wir endlich am Donnerstag unseren ersten Webservice erfolgreich in C# mit Visual Studio Ultimate implementierten, der auf die Tabellen der Datenbank zugreift und von außen benutzt werden konnte. Ein erster wichtiger Erfolg nach fast einer Woche Frust.

Letzter Tag in Valdepeñas

Meine beiden Chefs sind heute an meinem letzten Arbeitstag nicht mehr im Büro, deshalb habe ich mich bereits gestern bei ihnen bedankt und mich verabschiedet. Auch sie haben sich vielmals bei mir für die gute Arbeit bedankt, mir alles Gute gewünscht und drum gebeten, hin und wieder Email-Kontakt zu halten.

Heute heißt es für mich: Sachen packen und ab nach Madrid! Dort werde ich meine letzten beiden Nächte in Spanien verbringen und am Sonntag zurück nach Deutschland fliegen. Bereits nächste Woche werde ich wieder in meiner gewohnten Umgebung in Aachen programmieren und auch noch einen kleinen abschließenden Wrap-Up-Eintrag schreiben, mit dem ich diese Serie beenden werde.

Macht’s gut bis dahin,

Olli

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